Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 Warnt: Fukushima Hat ‘Zeitbombe’ Im Keller! 99 Millionen Liter Hochradioaktives Wasser Drohen Jetzt Auszulaufen!

GLOBAL 2000 warnt: Fukushima hat “Zeitbombe” im Keller! (OTS, July 10, 2011):

Utl.: 99 Millionen Liter hochradioaktives Wasser drohen jetzt auszulaufen – Vier Monate unkontrollierte radioaktive Freisetzung und anhaltende Kernschmelze =

Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt:

99 Millionen Liter hochradioaktives Wasser im Keller der vier
Nuklear-Wracks in Fukushima drohen trotz der Bemühungen der Betreiber
auszulaufen. "Vier Monate lang setzen nun die zerstörten
Atomreaktoren in Fukushima unkontrolliert Radioaktivität frei: in
Form von Wasserdampf, der beim Verdampfen des Kühlwassers entsteht,
und in Form von Wasser, das nach Kontakt mit den geschmolzenen
Kernbrennstoffen in die Keller unter den Nuklearkomplex läuft. Dieses
hochradioaktive Wasser sammelt sich hier an und droht auszulaufen",
warnt Dr. Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000. Die
Betreiberfirma TEPCO versucht weiter verzweifelt, immer neue
Speicherkapazitäten zu schaffen und gleichzeitig endlich ein
Wasseraufbereitungssystem in Gang zu bringen. "Anfang April wurden
als Notmaßnahme einfach 10 Millionen Liter mittelradioaktives Wasser
aus der zentralen Aufbereitungsanlage direkt ins Meer abgelassen -
die Radioaktivität im Pazifik stieg lokal stark, bereits jetzt sind
Radioisotope in Fischen wie Sandaalen und in Walen deutlich messbar",
so Uhrig. "Mittlerweile ist die zentrale Aufbereitungsanlage in
Fukushima schon wieder voll - auch eine schwimmende Plattform und
Zusatztanks sind mit 22 Millionen Liter befüllt, sodass bereits
insgesamt 121 Millionen Liter hochradioaktive Brühe auf eine Lösung
warten."
Das Wasser steigt
Die Wasseraufbereitungsanlage, die die Betreiberfirma TEPCO in den
letzten Wochen installiert hat, soll bis zu 1,2 Millionen Liter
radioaktives Wasser am Tag dekontaminieren. Immer wieder gibt es
jedoch Probleme mit den Cäsium-Absorberstoffen und mit den sehr
improvisierten Plastikschläuchen, die unter dem hohen Druck der
Anlage leck werden und bersten. "Man kann also fast einen Monat nach
Beginn der Arbeiten am 15. Juni nicht mehr von 'Kinderkrankheiten'
des Aufbereitungssystems sprechen, sondern von Systemfehlern, die
immer wieder die Aufbereitung stoppen - gleichzeitig steigt das
Wasser", so Uhrig. Um die immer noch glühend heißen Kernschmelzen zu
kühlen, werden 400.000 Liter Frischwasser pro Tag in die Reaktoren
gepumpt - die wieder kontaminiert werden und in die Keller
durchlaufen.
Radioaktives Wasser in 5 Stunden tödlich
Das Wasser im Keller hat durch den Kontakt mit dem Kernbrennstoff
große Mengen an Radionukliden aufgenommen. Messungen zeigen
insbesondere unter dem zerstörten Containment von Reaktor 2 einen
Spitzenwert von 19 Milliarden Becquerel pro Liter - der Grenzwert für
Trinkwasser liegt bei 300 Becquerel. Die Dosisleistung in diesem
Bereich liegt bei 1000 Millisievert pro Stunde. "Wenn ein Mensch sich
in der Nähe dieser radioaktiven Flüssigkeit aufhält, also noch nicht
einmal Wasserdampf einatmet oder gar radioaktives Wasser trinkt,
tritt nach einer Stunde Strahlenkrankheit auf und die Person erhält
nach spätestens fünf Stunden eine garantiert tödliche Dosis. Und
Millionen Liter dieser extrem gefährlichen Brühe drohen austreten!"
warnt Uhrig.
Radioaktive Stoffe im Grundwasser
Bereits am 7. April wurde festgestellt, dass radioaktives Wasser
nicht nur unkontrolliert in den Pazifik ausläuft, sondern dass sich
die Radionuklide Jod-131, Cäsium-134 und -137 in hohen
Konzentrationen auch im Grundwasser unter der Anlage finden. Trotz
Abdichtung der Schächte und Absperrzäunen im Meer vor der Anlage
treten weiter radioaktive Stoffe aus, wenn auch nicht mehr in hoher
Konzentration, aber dafür über Monate hinweg kontinuierlich.
Durch den radioaktiven Fallout direkt nach den Explosionen von
Reaktor 1 und 3 und der dadurch verursachten großen Freisetzung von
Radionukliden wurde radioaktives Jod und Cäsium auch noch im
Trinkwasser des 240 km entfernten Tokio gemessen - mehr als 1/10 des
Grenzwerts, vor der Aufnahme von Trinkwasser für Schwangere, Babys
und Kleinkinder wurde gewarnt. Anfang Juli wurde wieder radioaktives
Cäsium im Trinkwaser in Tokio gemessen - in sehr geringer
Konzentration, aber im zeitlichen Abstand zu den Explosionen und im
räumlichen Abstand zu den Ruinen umso beunruhigender.
Trotz vier Monate Bemühungen: Kein sicherer Abklingzustand der
Kernschmelzen
"Die wiederholte Verseuchung des Tokioter Trinkwassers zeigt, dass
die Atomkatastrophe noch lange nicht vorbei ist: Die
Atom-Kernschmelzen von Fukushima sind weit von einem sicheren
Abklingzustand entfernt, die Temperatur in den zerstörten
Druckbehältern beträgt immer noch bis zu 149 GradC - ein stabiler
Zustand wird erreicht, wenn diese Temperatur unter 65 GradC gesenkt
werden kann. Bis dahin müssen die Reaktoren gekühlt werden - und
setzen weiter Radioaktivität frei, wenn nicht ein geschlossener
Kühlkreislauf installiert werden kann", warnt Uhrig.
GLOBAL 2000 fordert Kontrolle der Fukushima-Wracks durch IAEA
"Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die internationale
Staatengemeinschaft unter Federführung der IAEA die Kontrolle über
die Nuklear-Wracks übernehmen muss. Es ist eine gemeinsame
Anstrengung der Nationen nötig, um die unkontrollierte Freisetzung
von hochradioaktivem Wasser zu beenden. Diese hat nicht nur lokale
Auswirkungen auf das Grund- und Trinkwasser sondern auch über den
Pazifik auf das Welt-Ökosystem Meere", so Uhrig abschließend.
Zeitlicher Ablauf der Fukushima-Katastrophen:
http://www.global2000.at/module/media/data/global2000.at_de/content/a
tom_pdf/Die_Reaktorkatastrophen_von_Fukushima_ppt.pdf_me/Die_Reaktork
atastrophen_von_Fukushima_ppt.pdf
Rückfragehinweis:
   GLOBAL 2000
   Simonne Baur, Tel.: +43 699 14 2000 23
   Reinhard Uhrig, Tel.: +43 699 14 2000 18
   presse@global2000.at
   www.global2000.at
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OTS0012    2011-07-10/10:36
101036 Jul 11
GLL0001 0775

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